Paragon

 

Der amerikanische Tomatenzüchter Alexander W. Livingston war zeit seines Lebens auf der Suche nach der perfekten Markttomate und entwickelte bis Ende des 19. Jahrhunderts etliche neue Tomatensorten. Paragon, seine erste kommerzielle Tomate, brachte er 1870 zur Marktreife.

Die Entdeckung

Eines Tages entdeckte Alexander W. Livingston während eines Rundganges über seine Ackerflächen, auf welchen die unterschiedlichsten Tomaten heranwuchsen, eine ganz besondere Tomatenpflanze. Sie unterschied sich deutlich von all den anderen Pflanzen, besaß außergewöhnlich kräftiges Laub. Anders als alle anderen Pflanzen auf den Feldern bot diese Tomate selbst für den Tomatenzüchter Livingston ein völlig unbekanntes Erscheinungsbild. Während viele der damals angebauten Tomaten unschön verwachsen waren,, trug die überaus ertragreiche Pflanze gleichmäßige, glatte, kleine Früchte. Leider zu klein, um sie auf den Markt verwerten zu können.

Livingston bedauerte, dass diese neuartigen, formschönen Früchte nicht größer waren. Dann jedoch kam ihn für sein künftiges Schaffen der entscheidende Gedanke: Warum diese unerwarteten Früchte verwerfen? Warum nicht mutierte oder offensichtlich verkreuzte Pflanzen als Grundlage für die Entwicklung neuer Tomatensorten nutzen? So wurde das Saatgut dieser Pflanze Basis für künftige Experimente.

Paragon – die Vorzeigetomate

Im Folgejahr pflanzte Livingston 2 Reihen Tomaten aus jenem Saatgut. Zu seiner Freude entwickelten sich aus allen Sämlingen jene gleichmäßigen Tomaten, wie er sie im Vorjahr erstmals entdeckt hatte. Und sie wuchsen etwas größer als die ursprünglichen Früchte des Vorjahres. Livingston arbeitete nunmehr daran, diese Tomatensorte auf eine mittlere, den Marktansprüchen gerechte Größe zu selektieren.

1870 schließlich brachte er die Tomate zur Marktreife und nannte die neue Sorte „The Paragon Tomato“. Übersetzen könnte man dies mit Vorzeige- oder Mustertomate.

Livingston beschreibt Paragon in seinem Buch „Livingston and the Tomato“ als die erste perfekte, gleichmäßige Tomate auf dem kommerziellen Gemüsemarkt. Die Pflanze wächst robust und kräftig, die blutroten Früchte sind größer als bisher bekannte Tomaten und lassen sich gut transportieren. Paragon entwickelt Geiztriebe im Wurzelbereich der Pflanzen, sodass bei einem mehrtriebigen Anbau der Ertrag erhöht werden kann. Die Reifezeit ist etwas lang. Jedoch hilft das kräftige Laub der Pflanze, kühleren Temperaturen zu trotzen. So können auch noch Früchte geerntet und verkauft werden, wenn die Marktpreise wetterbedingt steigen.

Paragon wurde sehr schnell zu einer beliebten Tomatensorte unter Gärtnern und Tomatenzüchtern. Es blieb nicht aus, dass andere Tomatenzüchter Paragon unter anderen Namen als neue Sorte vermarkteten. Paragon selbst wurde bis 1948 kommerziell angebaut. Dann wurde die Produktion zugunsten der Kartoffel eingestellt.

Anbau 2017

Wir hatten 2017 eine Pflanze der Sorte Paragon im Freiland unter Regendach.

Leider erwies sich unser Saatguthändler als unzuverlässig. Die Sorte ist definitiv verkreuzt.

Zwischenzeitlich haben wir frische Samen von der Victory Seeds Company erhalten, sodass wir einen neuen Versuch mit der Sorte Paragon starten können.

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