Magnus

 

Die kartoffelblättrige pinkfarbene Fleischtomate Magnus wurde 1900, zwei Jahre nach A.W. Livingstons Tod, von der Livingston Seed Company auf den Markt gebracht. Im damaligen Saatgutkatalog wurde Magnus als sehr gleichmäßig wachsende, große, attraktive, platzfeste Tomate mit perfekter Form und festem Fruchtfleisch beworben.

Leider hatten die amerikanischen Saatgutfirmen im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Tomatensorte Magnus aus dem Sortiment genommen. Fortan war Magnus für die privaten Kleingärtner nicht mehr erhältlich.

Dass wir heute die Tomatensorte Livingston’s Magnus wieder anbauen können, haben wir den amerikanischen Tomatenfans Carolyn Male und Craig LeHoullier zu verdanken.

Craig LeHoullier beschreibt in seinem Buch „Epic Tomatoes“ ausführlich, wie es zu der Wiederentdeckung der Tomatensorte Magnus kam:

Während eines Kongresses in Hampshire entdeckte Craig in einem Antiquariat einen Saatgutkatalog der Firma Livingston Seed Company aus dem Jahre 1900. Das Titelbild dieses Kataloges zeigte eine pinkfarbene und kartoffelblättrige Tomatensorte namens Magnus. Da sowohl pinkfarbene als auch kartoffelblättrige Tomaten um 1900 extrem selten waren, weckte das Bild die Neugier Craigs auf diese Tomate Magnus.

Saatgutkatalog der Firma Livingston aus dem Jahre 1900


 
Die Wiederentdeckung der Tomate Magnus

In den folgenden Jahren suchte Craig vergeblich nach der Magnus-Tomate. Eigentlich hatte er schon nicht mehr an einen Erfolg geglaubt, als er von der Existenz des amerikanischen Saatgutarchivs USDA und der Möglichkeit, in deren Datenbank zu recherchieren, Kenntnis nahm.

Nach vielen Suchvorgängen entdeckte Craig eine Saatgutspende aus den 1940er Jahren an die USDA, welche einige originale Livingston-Sorten beinhaltete. Unter anderem auch die lange gesuchte Magnus-Tomate.

Auf seine Anfrage nach Saatgut von der Sorte Magnus erhielt Craig LeHoullier eine große Anzahl Samen, es waren wohl an die 100 Stück, zugesandt.

Er teilte sich das Saatgut mit Carolyn Male und beide säten die mehr als 50 Jahre alten Tomatensamen aus. Selbstverständlich war die Keimquote miserabel. Craigs Anteil des Saatguts brachte einen einzigen Keimling hervor – und dieser war normalblättrig.

Carolyn Males Keimquote war exakt genauso so mies. Aber ihr Keimling war kartoffelblättrig. Carolyn Male, übrigens Autorin des sehr beliebten Buches „100 Heirloom Tomatoes for the American Garden“, verpackte die kleine Tomatenpflanze und übersandte sie an Craig LeHoullier, der die Magnus-Tomate in seinem Garten auspflanzte.

Die Tomate wuchs gut und die Früchte reiften zu hübschen, fast runden, mittelgroßen, pinkfarbenen und hocharomatischen Fleischtomaten.

Das gewonnene Saatgut stellte Craig der Öffentlichkeit zur Verfügung, sodass Magnus, die Tomatensorte, die eigentlich schon verloren war, seit 1994 wieder angebaut werden kann.

Danke, Carolyn Male und Craig LeHoullier, für dieses Engagement.

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